Mit Abbildungen. 4 Bände. Hoffmann und Campe, Hamburg 2008. 24,5 x 17,5 cm. Original-Leinenbände mit Schutzumschlägen.- Jürgen Kestings 1986 erstmals dreibändig erschienenes Werk über die Geschichte der Sänger und der Gesangskunst ist konkurrenzlos im deutschen Sprachraum. Lange wartete man auf sein Wiedererscheinen. Jetzt hat es Kesting sogar um ein Drittel erweitert noch einmal herausgebracht. Die 36 Kapitel der vier Bände werden mit Essays eingeleitet, in denen es um Begriff und Geschichte des Belcanto und um die verschiedenen französischen, italienischen und deutschen Gesangsschulen geht, aber auch um Praxis und Geschäft des Opernlebens, die Vermarktung von Stimmen, deren Voraussetzungen und den Wandel des Geschmacks.- Kesting dokumentiert verloren gegangene gesangstechnische, aber auch Stil-Traditionen wie deren Wiederentdeckung in unserer Zeit, gerade was die Kunst des Belcanto angeht. Man denke nur an Sänger wie Marilyn Horne, die größte Sängerin der Welt, oder an Juan Diego Florez, den Kesting einen Belcanto-Prinzen nennt. Kesting bekennt sich zu seinen Vorlieben und Abneigungen. Christa Ludwig ist für ihn die Herrlichste von allen, Anna Netrebko tut er als Cindy Crawford der Oper ab und Edita Gruberova wird trotz aller Einwände zu den außerordentlichen vokalen Phänomenen der letzten vier Jahrzehnte gerechnet. Ganz und gar gnadenlos schreibt er über die Aufnahmen Gabriele Schnauts. Sie zu tolerieren, heiße sich an der Qual eines Kampfes zu weiden.- Tadellos erhalten.
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